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Stadt- und Regionalmuseum Perleberg

Außenansicht Museum Perleberg

Mönchort 7 - 11
19348 Perleberg

Telefon (03876) 781 422 | Empfang
Telefax (03876) 781 499

E-Mail E-Mail:
Homepage: www.stadtmuseum-perleberg.de

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 10.00 - 16.00 Uhr
Sonntag: 11.00 – 16:00 Uhr
... sowie nach Vereinbarung.

Nachdem 1899 die Funde aus dem Königsgrab Seddin ins Märkische Museum nach Berlin verbracht worden waren, entschied man sich, in Perleberg ein Museum zu gründen. Dies geschah im Jahr 1905. Es sollte die weiteren Funde aus der Region sowie die sonstigen Altertümer aus der Stadt Perleberg und dem Umland aufnehmen. Museumsgründer und erster Leiter war Kaufmann Wilhelm Ratig (1852-1929). Unter den Brandenburgischen Regionalmuseen gehört das Perleberger Stadt- und Regionalmuseum zu den ältesten Gründungen mit den umfangreichsten Sammlungsbeständen. Seine Heimstatt ist seit 1931 das aus der Zeit um 1800 stammende Haus Mönchort 7 in Perleberg. Dazu kamen später die Häuser 9 bis 11.

 

Zum Thema "Prignitz" ist einerseits ein Internetportal für die Recherche regionalkundlicher Medien der Bibliotheken, Archive und Museen der Mitgliedskommunen des Regionalen Wachstumskerns Perleberg, Wittenberge, Karstädt im Internet unter http://www.regionalbibliothek-prignitz.de/ zu finden.

 

Anderseits wird durch den gemeinnützigen Förderkreis Prignitzer Museen e. V. eine Internetplattform über die Museen der Prignitz unter http://www.prignitzer-museen.de/ geführt.

 

Informationen rund um die Ausstellungen sowie Veranstaltungen finden Sie auf der Internetseite des

 

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Aktuelle Meldungen

Vortrag im Stadt- und Regionalmuseum mit dem Archäologen Thomas Hauptmann: Der schiefe Turm von Perleberg. Ausgrabung im Nikolaiviertel.

(21. 09. 2022)

Im Rahmen der Museumsvortragsreihe referiert der Archäologe Thomas Hauptmann am Montag, dem 26. September 2022 um 19:00 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg über die Ergebnisse der 2020 und 2021 am St. Nikolaikirchplatz in Perleberg durchgeführten umfangreichen Grabungsmaß-nahmen.

 

Schon die Baustellenführungen, die 2021 und auch in diesem Jahr angeboten wurden, waren vielversprechend, was die neuen Erkenntnisse zur stadtgeschichtlichen und archäologischen Einordnung anbelangt. Das St. Nikolaikirch-Viertel ist neben dem St. Jakobikirch-Viertel der zweite Perleberger Siedlungskern mit eigener Pfarrkirche, der auch im 13. Jahrhundert entstanden ist. Als 1632 durch Blitzschlag der erst wenige Jahre zuvor erneuerte Turm der Nikolaikirche ausbrannte, begann der Niedergang dieser zweiten großen Stadtkirche, die im Verlaufe des späten 17. Jahrhunderts zur Ruine verfiel und schließlich um 1770 gänzlich der Spitzhacke und einer Neubebauung des Kirchplatzes geopfert wurde. In den ersten Jahrhunderten nach 1200 waren die Kirchhöfe beider Stadtkirchen zugleich Begräbnisplätze für die Mitglieder der St. Nikolaikirchgemeinde. Und vielfach fanden sich bei den Bauarbeiten 2020/2021 Spuren früher Bestattungen und natürlich auch Artefakte der mittelalterlichen Besiedlung dieses Stadtquartiers und vor allem auch wichtige Spuren zur Baugeschichte der St. Nikolaikirche. Einige Stein- und Ziegelfunde wanderten 2021 in das Perleberger Museum.

 

Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 oder per E-Mail unter an. Wenn die Witterung es zulässt, werden wir den Museumshof für den Vortragsabend nutzen.

 


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Kurzvita Thomas Hauptmann M.A.

  • geb. 1965 in Hohen Neuendorf
  • seit 1980 intensive Beschäftigung mit archäologischen Themen
  • Tätigkeiten in Museen und Forschungseinrichtungen der DDR
  • 1989-1995 Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie und Mittelalterlichen Geschichte in Berlin
  • 1995 Gründung des Büros für archäologische Baugrunduntersuchungen (seit 2007 BAB Hauptmann+Bach GmbH)
  • Wissenschaftliche Arbeit schwerpunktmäßig zur Bronzezeit und Römischen Kaiserzeit Ostmitteleuropas und zum Hoch- und Spätmittelalter Brandenburg

Foto zur Meldung: Vortrag im Stadt- und Regionalmuseum mit dem Archäologen Thomas Hauptmann: Der schiefe Turm von Perleberg. Ausgrabung im Nikolaiviertel.
Foto: BAB Hauptmann + Bach GmbH | Portrait von Thomas Hauptmann

Mitmachen beim ADFC-Fahrradklimatest 2022

(16. 09. 2022)

Und wie ist Radfahren in Deiner Stadt?

Das können Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Teilnahme bei der Umfrage (Link) zum ADFC-Fahrradklima-Test vom 1. September bis zum 30. November 2022 beurteilen.

 

Der ADFC-Fahrradklima-Test beleuchtet, wie es um die Fahrradfreundlichkeit in Deutschlands Städten und Gemeinden bestellt ist. Wo Städte beim Radklima punkten können und wo nachgebessert werden muss, können Radfahrende in der Umfrage, die insgesamt 25 Fragen und weitere allgemeine Angaben umfasst, beurteilen.

 

Die Alltagserfahrungen der Menschen geben den politisch Verantwortlichen lebensnahe Rückmeldungen. Mitmachen können alle, egal ob sie viel oder wenig Rad fahren, ob sie jung oder älter sind.

 

Der Test kann bis zum 30. November online unter fahrradklima-test.adfc.de oder auch persönlich in den nachfolgenden Einrichtungen ausgefüllt werden.

  • Stadtinformation Perleberg, Großer Markt 12
  • BONA Stadtbibliothek, Puschkinstraße 14
  • Stadt- und Regionalmuseum, Mönchort 7-11
  • Jugend- und Freizeitzentrum, Wittenberger Straße 91/92

 

2020 kamen die Städte Bad Wilsnack, Perleberg und Wittenberge in die Wertung und konnten, mit einer guten Bewertung, die ersten 3 Plätze im Städtevergleich unter 20.000 Einwohner im Land Brandenburg belegen. Das Ziel ist es nun, dass das gesamte Radlerparadies Prignitz mit den Städten und Gemeinden an dem Test teilnimmt, sodass die Kommunen und auch der Tourismusverband Prignitz einen ganzheitlichen Überblick über die Lage in der Reiseregion bekommen. Somit kann die Radlerfreundlichkeit kontinuierlich optimiert werden – nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische, die regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind.


Fahrradklima-Test 2022

veröffetnlicht am 09.06.2022 vom ADFC:

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist der Zufriedenheits-Index der Radfahrenden in Deutschland. Macht das Radfahren vor Ort Spaß oder ist es stressig? Vom 1. September bis zum 30. November können Radfahrende unter https://fahrradklima-test.adfc.de wieder das Fahrradklima in ihren Städten und Gemeinden in Deutschland bewerten.

[Zur Umfrage | Weiterleitung zum Fahrradklimatest 2022]

Foto zur Meldung: Mitmachen beim ADFC-Fahrradklimatest 2022
Foto: Bildausschnitt vom Plakat

Vortrag mit Dr. Immo Heske: „Das Königsgrab von Seddin in der Prignitz. Immer nur Sensationen?“

(30. 08. 2022)

Im Rahmen der Museumsvortragsreihe referiert Dr. Immo Heske von der Georg-August-Universität Göttingen am Donnerstag, den 8. September 2022 um 19:00 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg über die neusten Ergebnisse und Interpretationen der in diesen Tagen stattfindenden offiziellen Grabungen am Königsgrab von Seddin.

 

Spätestens seit 1899 ist die Prignitz hochsensibilisiert, wenn es um archäologische Themen und Funde ging und geht. Das damals entdeckte Königsgrab wurde zum festen Bestandteil der Wissensvermittlung in den Schulen und durfte in keinem Heimatkundeunterricht fehlen. Seddin wurde zu einer wahren Wallfahrtsstätte für Schulklassen, Archäologen und Touristen und auch die Fachliteratur widmete sich intensiv dem Grab von Seddin. Der damalige Landrat Traugott von Jagow (1865-1941) ordnete zudem an, archäologische Funde im Kreis zu behalten und in den 1904 und 1905 gegründeten Museen zu Havelberg und Perleberg abzuliefern. Dieses Bestreben wurde auch von der Presse unterstützt. So wurde 1911 in den Prignitzer Nachrichten dazu aufgerufen, „Altertümer nicht an das Märkische Museum in Berlin zu geben, sondern in der Heimat zu belassen: ‚… traurig genug, daß der wichtigste Fund der Prignitz (Seddin) schon Eigentum der Stadt Berlin geworden ist … der Prignitzer hat keine Veranlassung, der Stadt Berlin an Geschenken etwas zuzuwenden.‘“ Die zu Beginn der 1930er Jahre durch Frau Dr. Waldtraut Bohm (1890-1969) geleitete archäologische Landesaufnahme im Kreis Westprignitz, die viele Funde und noch mehr Erkenntnisse zur vorgeschichtlichen Siedlungstätigkeit in unserer Heimat ergab, schärfte das Bewusstsein der Prignitzer für archäologische Themen und daher beherbergt unser Museum bis heute eine der umfangreichsten archäologischen Sammlungen der Mark Brandenburg überhaupt. Als 1930 schließlich Nachbildungen der Funde aus dem Königsgrab auch in das Perleberger Museum gelangten, konnte damit eine bis dahin schmerzlich empfundene Lücke in der Präsentation der Bronzezeit im Museum geschlossen werden. Seddin und sein Königsgrab sind bis auf den heutigen Tag zentrales Ziel archäologischer Forschungen und seit Jahren finden hier offizielle Grabungen durch Archäologen und Studenten statt, so auch 2022 und wieder unter der Leitung von Dr. Immo Heske von der Georg-August-Universität Göttingen.

 

Auch in diesem Sommer ist ein Grabungsteam unter der Leitung von Immo Heske im Umfeld des Königsgrabes aktiv und versucht, Stück für Stück etwas über das Leben zur Zeit von König Hinz um 900 v. Chr. zu erfahren.

Dr. Immo Heske, Kustos der Lehrsammlung des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Georg-August-Universität Göttingen, berichtet über die aktuellen Ausgrabungen im Umfeld des Königsgrabes von Seddin. Sind es Sensationen oder der Grabungsalltag? Er wagt auch einen Blick in die Zukunft. Für die kommenden Jahre wird mit einem großen Forschungsprojekt ein erheblicher Wissenszuwachs erwartet. Und im Vorfeld des „König Hinz Events“, das nach mehreren Jahren Pause nun am 10. September wieder stattfindet, kommen die bronzezeitlichen Kulte auch nicht zu kurz.  

 

Die Teilnehmer der diesjährigen Grabungsaktion sind ebenfalls am 8. September zu Gast im Museum und wir bieten auf dem Museumshof Bockwurst und Brot an. Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 oder per E-Mail unter an. Wenn die Witterung es zulässt, werden wir den Museumshof für den Vortragsabend nutzen.

Foto zur Meldung: Vortrag mit Dr. Immo Heske: „Das Königsgrab von Seddin in der Prignitz. Immer nur Sensationen?“
Foto: Stadt Perleberg | Der Seddin-Raum im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg mit den Nachbildungen der Funde aus dem Königsgrab

Vortrag mit Torsten Foelsch: „Adlige Lebenswelten in der Prignitz"

(27. 06. 2022)

„Adlige Lebenswelten in der Prignitz – Familiengeschichten und Bilder zu bekannten und unbekannten ländlichen Wohnsitzen.“

Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Zum ehrenden Gedächtnis. Die Adelslandschaft der Prignitz – ihre Ahnen- und Memorialkultur“ referiert Torsten Foelsch, amtierender Museumsleiter, am Montag, 4. Juli 2022 um 19:00 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg über adlige Lebenswelten in der Prignitz.

Das Thema scheint nach einer politisch bedingten Abstinenz zwischen 1945 und 1989 und einer dann folgenden Konjunktur in den 1990er Jahren seit einiger Zeit wieder abzuflauen und aus dem Focus des allgemeinen Interesses zu geraten. Dennoch und gerade deswegen, widmet sich das Stadt- und Regionalmuseum nach längerer Zeit einmal wieder dem Prignitzer Adel.

 

Die Adelslandschaft der Prignitz ist so alt, wie die Städte und Dörfer unserer Heimat. Es waren zunächst Angehöriger alter Adelsgeschlechter, die mit dem Wendenkreuzzug Markgraf Albrechts des Bären als Lehnsträger und Ritter in die Prignitz kamen und hier als militärische Vorposten das ostelbische Besiedlungswerk des 12. und 13. Jahrhunderts im Auftrage der Markgrafen von Brandenburg und der Havelberger Bischöfe in Gang setzten oder sogar selbst als Gründer und Stifter in Erscheinung traten.

 

Einige dieser altadligen Geschlechter blieben jahrhundertelang in der Prignitz sesshaft (u. a. die Gans Edlen Herren zu Putlitz, v. Moellendorff, v. Platen, v. Graevenitz, v. Winterfeld, v. Rohr). Erst durch die Machenschaften der sozialistischen Diktatur, die nach dem Kriegsende 1945 in der damals sowjetisch besetzten Zone Deutschlands begannen, verschwand hier die einst so prägend für das Land und die Gesellschaft gewesene Adelslandschaft für lange Zeit.

 

Die aktuelle Sonderausstellung des Museums widmet sich generell der Prignitzer Adelswelt und im Besonderen ihrer Memorialkunst. Neben den Grabmonumenten, die in den Kirchen den Angehörigen der alten Familien gesetzt wurden, waren es in den Herrenhäusern besonders die Ahnengalerien, die die Erinnerung an die einzelnen Mitglieder wachhielten. Es sind vor allem auch die alten ländlichen Wohnsitze, die Gutshäuser, Gutshöfe und Gutsparks, die unser Bild von den adligen Lebenswelten bestimmen. Die vielen Rittergüter, die sich bis zum Ende des 18. Jahrhundert fast ausschließlich in adliger Hand befanden, bildeten jenen Mikrokosmos adliger Lebenswelten, der auch in der wichtigen Rückschau noch heute fasziniert und die Gedankenwelt anregt. Die ländlichen Wohnsitze der alten und neuen Familien des Adels sind bis heute die sichtbarsten Denkmäler adliger Lebenswelten in der Prignitz und prägen die Kulturlandschaft noch immer.

 

Torsten Foelsch wird einige der alten Familien und besonders ihre Besitzungen in Wort und Bild vorstellen und dabei einen großen Bogen vom Beginn der deutschen Besiedlung der Prignitz um 1200 bis zum Jahre 1945 spannen. Besuchen Sie mit ihm faszinierende alte Herrensitze in Stavenow, Eldenburg, Dallmin, Krampfer, Demerthin, Rühstädt, Wolfshagen u. a. m. und lernen Sie die einstigen Besitzerfamilien, ihre Lebensverhältnisse und ausgewählte Persönlichkeiten und interessante Begebenheiten zu den einzelnen historischen Stätten kennen.

 

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 bzw. -421 oder per E-Mail unter an.

Foto zur Meldung: Vortrag mit Torsten Foelsch: „Adlige Lebenswelten in der Prignitz
Foto: Torsten Foelsch | Demerthin: Gutshaus der Familie v. Klitzing, Juli 2021

Fielmann AG Hamburg fördert Kunstgutankauf des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg

(22. 06. 2022)

Dank einer großzügigen Zustiftung der Fielmann AG (Hamburg) aus dem Jahr 2019 war es für das Stadt- und Regionalmuseum möglich, den Ankauf einer seltenen, großformatigen kolorierten Lithografie des Dessauer Zeichners und Lithografen Carl Frühsorge (1840-1906) mit einer Ansicht der Stadt Perleberg um 1860 zu tätigen. Jürgen Ostwald und seine Nachfolgerin Dr. Constanze Köster, Kunstbeauftragte/r der Fielmann AG, reisten am 21. Juni eigens an, um die Schenkung ans Museum rechtskräftig zu bestätigen.

 

Das Blatt entstand nur wenige Jahre nach der Fertigstellung des Umbaus der St. Jakobi-Kirche (1851-1855) und zeigt diese mit ihrem imposanten neuen Turmhelm von Friedrich August Stüler mit der Stadtsilhouette aus nördlicher Richtung. Auffällig sind vier Schornsteine von kleineren Fabriken, u. a. der der Ofenfabrik Quasebarth am Hohen Ende, die auf die Industrialisierung der Stadt in der 2. Hälfte des 19. Jh. hinweist. Von den früher in der Stadt verteilt liegenden Kasernenbauten ist rechts an der Lindenstraße ein noch heute existierender Backsteinbau zu erkennen. Romantisch verklärt wird die schöne Ansicht mit der Darstellung einer dort tatsächlich bis 1929 existenten Bockwindmühle.

 

Vielleicht war die Vollendung des Kirchenumbaus 1855 auch der Anlass für die Herstellung dieser schönen Vedute. Den Druck besorgte damals die Buchdruckerei von H. Arnold in Leipzig. Auftraggeber und Verleger des Blattes war der Perleberger Buchhändler Louis Kloss, der sein Ladengeschäft in der Krämerstraße Nr. 2 hatte, das später von seinem Sohn Paul übernommen wurde und der noch 1938 als Geschäftsinhaber genannt wird. Das Firmenschild wird noch heute im Stadt- und Regionalmuseum der Stadt aufbewahrt. 

 

Die sorgsame Aufarbeitung und Pflege der Sammlungsbestände des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg, dass das zweitälteste Museum der Prignitz ist, gehört zu den wichtigen Kulturaufgaben jeder Generation. Es geht dabei um die dauerhafte Erhaltung und öffentliche Präsentation kultur-, kunst- und regionalgeschichtlich wertvoller Bestände im Rahmen eines verantwortungsvollen Kulturgutschutzes für die nachfolgenden Generationen. Dieser hohen Verantwortung stellt sich die Rolandstadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten und wird dabei u. a. auch seit Jahren aktiv durch die Fielmann AG unterstützt, die wichtige Restaurierungsvorhaben oder Kunstankäufe des Museums fördert.

Foto zur Meldung: Fielmann AG Hamburg fördert Kunstgutankauf des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg
Foto: Stadt Perleberg | Torsten Foelsch, amt. Museumsleiter, und Dr. Constanze Köster, Kunsthistorikerin und Nachfolgerin für Jürgen Ostwald (Fielmann AG), präsentieren die Lithografie auf dem Innenhof des Museums

Museumsvortrag: Der Dreißigjährige Krieg in der Prignitz – Militärpräsenzen und Kriegsbilanzen

(15. 06. 2022)

Im Rahmen der Museumsvortragsreihe referiert Professor Matthias Asche von der Universität Potsdam am Montag, 20. Juni 2022 um 19:00 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg über den Dreißigjährigen Krieg in der Prignitz. Matthias Asche ist seit 2017 Professor für Allgemeine Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören unter anderem die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges und die brandenburgische Landesgeschichte.

 

Die Mark Brandenburg gehörte zu der am stärksten vom Dreißigjährigen Krieg betroffenen „Verwüstungszone“, welche sich als breiter Streifen vom Nordosten des Reiches über Mitteldeutschland bis an den Mittel- und Oberrhein zog. Der Krieg traf die Prignitz mit allen verheerenden Folgen mit voller Wucht in der Schlacht bei Wittstock am 4. Oktober 1636 zwischen kaiserlichen und schwedischen Truppen und die Hauptstadt Perleberg im Herbst 1638, als die Schweden und die Kaiserlichen von Mecklenburg aus die Prignitz durchzogen. Bis heute ist der 15. November, der an die wilden Plünderungen der Stadt 1638 erinnert, im kollektiven Gedächtnis Perlebergs erhalten.

 

Als der junge brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm (der Große Kurfürst) im Jahre 1641 aus seinem Königsberger Kriegsexil in seine hohenzollernschen Stammlande zurückkehrte, musste er feststellen, dass die Mark Brandenburg in wirtschaftlicher und demographischer Hinsicht gründlich ruiniert war. Mehr noch als in den meisten brandenburgischen Städten hatten die Menschen auf dem Land – in den Dörfern und den unbefestigten Flecken – unter der raubenden, plündernden und mordenden Soldateska zu leiden. Die ständigen Durchmärsche des Kriegsvolks, dessen Einquartierungen und die damit verbundenen Belastungen für die Zivilbevölkerung, hatten zu Hungersnöten, Pestwellen und Massenflucht geführt – Ereignisse, welche als Traumata bis zum Ersten Weltkrieg prägend wurden und nicht nur in Brandenburg in die Erinnerungskultur der nachfolgenden Generationen einflossen.

 

Dennoch hatten bereits in den frühen 1640er Jahren, also noch vor dem offiziellen Friedensschluss von Münster und Osnabrück im Jahre 1648, in der Mark Brandenburg Wiederbesiedlungen in entvölkerten und verwüsteten Gebieten eingesetzt, indem zunächst märkische Landeskinder und Untertanen aus benachbarten Territorien sowie abgedankte Soldaten auf frei oder wüst gewordene Höfe gesetzt wurden. Dieser Prozess geschah nicht planvoll, sondern punktuell und bedarfsorientiert.

 

Im Vortrag wird nicht nur nach der Präsenz der Kriegsereignisse im Norden der Mark Brandenburg gefragt, sondern auch der Prozess der frühen Wiederbesiedlung am Beispiel der stark entvölkerten Prignitz vorgestellt.

 

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 bzw. -421 oder per E-Mail unter an.

Foto zur Meldung: Museumsvortrag: Der Dreißigjährige Krieg in der Prignitz – Militärpräsenzen und Kriegsbilanzen
Foto: „Der Galgenbaum“ aus dem Radierzyklus „Die großen Schrecken des Krieges“ nach Jacques Callot (1632)

Vortrag mit Frank Riedel: „Über die Elbe geblickt. Die Erinnerungskultur an die landadeligen Bismarcks auf Briest in der Altmark“

(09. 06. 2022)

Anlässlich der Sonderausstellung „Zum ehrenden Gedächtnis. Die Adelslandschaft der Prignitz – ihre Ahnen- und Memorialkultur“ referiert Frank Riedel, Fachbereichsleiter Kultur, Sport und Tourismus der Rolandstadt, am Montag, 13. Juni 2022 um 19:00 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg über die landadeligen Bismarcks auf Briest.

 

Kommen Sie vorbei, wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 bzw. -421 oder per E-Mail unter museum@stadt-perleberg.de an.


Bismarck, das sind nicht nur Otto v. Bismarck, Bismarck-Korn, Bismarck-Mineralwasser und der Bismarck-Hering – nein, die Anfänge der Bismarcks reichen bis zum Jahre 1270 zurück und liegen im heutigen Sachsen-Anhalt, im altmärkischen Stendal. Nikolaus (um 1308-1377) war ihr bedeutendster Vertreter: ein erfolgreicher Ratsherr, Kaufmann und Finanzberater der brandenburgischen Markgrafen. Mit seiner Belehnung von Burgstall mit Briest am 15. Juni 1345 stieg er in den schlossgesessenen Adelsstand auf. Die Bismarcks gehören seitdem zu den führenden Geschlechtern der Altmark.

 

Burgstall blieb der gemeinschaftliche Wohnsitz der Bismarcks. Ein Streit mit dem brandenburgischen Kurprinzen Johann Georg um die Jagdpfründe in der Letzlinger Heide führte zu zwei Zwangstauschverträgen. Die Bismarcks verloren im Jahre 1562 Burgstall und erhielten zum Ausgleich die Propstei Krevese und das Tafelgut Schönhausen mit Fischbeck. Briest selbst, ein Wirtschaftshof von Burgstall, blieb bei den Bismarcks.

 

Das Rittergut Briest verfügte vor 100 Jahren über eine Gesamtfläche von 1152 ha: 225 ha Acker, 30 ha Wiesen, 875 ha Wald, 21 ha Unland und 1 ha Wasser. 12 Pferde wurden gehalten, dazu 70 Rinder und 60 Schweine.

 

Im September 1945 – die Bismarcks sind genau 600 Jahre !!! mit der Briester Scholle verwurzelt –wird die letzte Besitzerin Albertine-Luise v. Bismarck (1915-2010) im Zuge der sogenannten „Demokratischen Bodenreform“ entschädigungslos enteignet und aus Briest vertrieben. Ihr Sohn Friedrich (*1938 in Briest, †2001) konnte 1997 das Herrenhaus und einige kleine landwirtschaftliche Flächen zurückerwerben. Dessen Frau Maren und die vier Kinder Catharina, Caroline, Ulrich-Achatz und Levin-Friedrich führen in 22. und 23. Generation das Bismarcksche Erbe in Briester Linie fort.

 

Stellvertretend für die Briester Bismarcks seien Levin Friedrich II. von Bismarck (1703-1774) und Ludolf August v. Bismarck (1834-1924) auf den Schild gehoben und werden im Vortrag mit ihren Biografien gewürdigt. Ersterer war Justizminister unter Friedrich dem Großen, letzterer führte den Landkreis Stendal als Landrat zwischen 1864 und 1898 ins Industriezeitalter.  Die Erinnerungskultur auch und gerade an diese beiden Briester Bismarcks spiegelt sich bis heute im Wappen des Landkreises Stendal wider, das seit 1937 das Bismarcksche goldenen Kleeblatt mit drei silbernen Eichenblättern auf blauem Grund integriert. In massiver Eiche hing es über dem Eckbalkon des Stendaler Kreishauses. Und auch das aktuelle Wappen des 1994 geschaffenen Großkreises Stendal integriert das Bismarcksche Wappen.

Foto zur Meldung: Vortrag mit Frank Riedel: „Über die Elbe geblickt. Die Erinnerungskultur an die landadeligen Bismarcks auf Briest in der Altmark“
Foto: Archiv Frank Riedel | Herrenhaus Briest: In Briest entstand 1624 mit dem zweiflügeligen Fachwerkbau der älteste noch erhaltene Stammsitz der Bismarcks.

Vortrag „Unglaublich ist sein Genie fürs Zeichnen“ am 16.05.2022

(10. 05. 2022)

Vortrag „Unglaublich ist sein Genie fürs Zeichnen“ – König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861) als Künstler

Am Montag, den 16. Mai 2022, referiert Dr. Jörg Meiner aus Schwerin über das Thema „Unglaublich ist sein Genie fürs Zeichnen“ – König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861) als Künstler. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum, Mönchort 7-11, der Rolandstadt Perleberg statt. Im Mittelpunkt des Vortragsabends steht der preußische König Friedrich Wilhelm IV., der auch als Architekt auf dem Thron bezeichnet wird. Kaum ein anderer Hohenzoller prägte die Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft so sehr, wie dieser Monarch.

 

Dr. Jörg Meiner von der mecklenburg-vorpommernschen Schlösserverwaltung und einer der besten Kenner des künstlerischen Wirkens dieses Königs und Experte für Möbel des 19. Jahrhunderts am preußischen Hof, hat sich intensiv mit dem Leben König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen (1795-1861) als Architekt, Zeichner und Künstler beschäftigt. Er war vor einigen Jahren maßgeblich an der Neugestaltung der Gedenkstätte für Königin Louise von Preußen (1776-1810), der Mutter Friedrich Wilhelms IV., im Schloss Hohenzieritz beteiligt. Jörg Meiner hat eine ganze Reihe grundlegender Publikationen zum Thema verfasst und wird in seinem Vortrag speziell auf das Leben dieses bedeutenden preußischen Monarchen als Künstler eingehen.

 

Auch in Perleberg war dieser König zu Gast, nämlich 1842, woran noch heute eine Gedenktafel in der St. Jakobi-Kirche und eine im Museum erinnern. Sein nicht zu unterschätzender künstlerischer Einfluss auf die Entwicklung der Architektur und der Gartenkunst in Preußen im 2. und 3. Viertel des 19. Jahrhunderts, die besonders von Karl Friedrich Schinkel, Friedrich August Stüler und Peter Joseph Lenné geprägt wurden, ist auch in der Prignitz und speziell in Perleberg noch gegenwärtig und manifestiert sich in den repräsentativsten Bauten der Stadt, wie dem Rathaus, der St. Jakobi-Kirche und dem heutigen Gottfried-Arnold-Gymnasium. Aber auch auf der Plattenburg, in Stavenow, Groß Linde und Fretzdorf hinterließen die Kunstströmungen seiner Zeit Spuren in der Bau- und Gartenkunst.

 

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 bzw. -421 oder per E-Mail unter museum@stadt-perleberg.de an.

Foto zur Meldung: Vortrag „Unglaublich ist sein Genie fürs Zeichnen“ am 16.05.2022
Foto: Foto: Theodor Graefe | Perleberg, Großer Markt mit Rathaus und St. Jakobi-Kirche, 1911

Vortrag „Plattenburg und Wilsnack – die Familie v. Saldern, ihre Schlösser und ihre Ahnengalerien“

(08. 04. 2022)

Jahresvortragsreihe  2022 im Stadt- und Regionalmuseum

Am Montag, den 11. April 2022, referiert Torsten Foelsch, amtierender Museumsleiter, über das Thema „Plattenburg und Wilsnack – die Familie v. Saldern, ihre Schlösser und ihre Ahnengalerien“. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr im Foyer des Stadt- und Regionalmuseums der Rolandstadt Perleberg statt.

 

Plattenburg und Wilsnack verbindet seit Jahrhunderten eine enge gemeinsame geschichtliche Entwicklung. Beide Orte gehörten seit der deutschen Besiedlung der Prignitz zu den Besitzungen des Havelberger Bistums. Die ursprünglich markgräfliche Plattenburg – die „Wartburg der Prignitz“ – kam 1319 als bischöfliches Tafelgut in direkten Besitz der Havelberger Stiftskirche und wurde zur bischöflichen Sommerresidenz ausgebaut. Wilsnack wurde durch die dramatischen Ereignisse des Jahres 1383 zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas und massiv von den Havelberger Bischöfen gefördert. Nach der Reformation in der Mark Brandenburg und der Säkularisierung der bischöflichen Besitzungen gelangte der kurfürstliche Oberstkämmerer, Matthias von Saldern (1508-1575), 1552 bzw. 1560 durch Kauf in den Besitz der Herrschaften Plattenburg und Wilsnack. Damit nahm eine erst durch die Enteignung und Vertreibung der Familie 1945 durch die Kommunisten abrupt beendete Verbindung zwischen der braunschweigischen Uradelsfamilie und der brandenburgischen Prignitz ihren Anfang. Sie prägt bis heute das Antlitz beider Orte und eine ganze Kulturlandschaft – geschichtlich, kulturell und architektonisch. Die Familie von Saldern baute die Plattenburg um 1600 zu ihrem ständigen Wohnsitz aus und etablierte auch auf dem alten bischöflichen Amtssitz in Wilsnack im Schatten der gewaltigen Wallfahrtskirche, deren Patron die Familie 1552 wurde, in der 1. H. des 17. Jh. einen weiteren herrschaftlichen Wohnsitz. Mitglieder der Familie wirkten in unterschiedlichsten öffentlichen Ämtern und Positionen, kirchlichen Institutionen, stellten Offiziere oder Beamte.

 

Von dieser Geschichte, dem Leben und Bauen auf den Schlössern in Plattenburg und Wilsnack, von einzelnen Familienmitgliedern und den Ahnengalerien des Geschlechts handelt der reich bebilderte Vortrag im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, passend zu der aktuellen Sonderausstellung über adlige Memorialkunst, die bis zum 24. Juli besichtigt werden kann.  

 

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 bzw. -421 oder per E-Mail unter museum@stadt-perleberg.de an.

Foto zur Meldung: Vortrag „Plattenburg und Wilsnack – die Familie v. Saldern, ihre Schlösser und ihre Ahnengalerien“
Foto: Zeichnung von Otto Hupp | Wappen der Familie v. Saldern, 1913

Vortrag zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung:

(18. 03. 2022)

„Zum ehrenden Gedächtnis. Die Adelslandschaft der Prignitz - ihre Ahnen- und Memorialkultur.“

Ab Montag, 28. März 2022 steht die Adelslandschaft Prignitz und ihre Memorialkultur im Fokus einer neuen Sonderausstellung des Stadt- und Regionalmuseums der Rolandstadt Perleberg.

 

Im Zentrum der Ausstellung steht die Familie von Winterfeld, die zum Prignitzer Uradel gehört und deren 1857 gegründeter Familienverein in Perleberg seit 2011 seinen Sitz hat. Das Geschlecht kam 1147 mit dem Kreuzzugsheer Markgraf Albrechts des Bären in die Region und besaß hier bis 1945 viele Güter vor allem in der Prignitz und in der Uckermark. Dallmin, Stammsitz des Geschlechts, bewahrt in der Kirche jenen eindrucksvollen Gedächtnisschild für Detloff v. Winterfeld (1547-1611), der auf Initiative des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg 2021 mit Geldern der Fielmann AG restauriert werden konnte und im Rahmen der Ausstellung erstmals wieder der Öffentlichkeit als befristete Leihgabe der ev. Kirchengemeinde Dallmin zugänglich gemacht wird.

 

Ute Reinecke, stellvertretene Bürgermeisterin der Rolandstadt Perleberg, wird um 19 Uhr die Gäste zur Eröffnung der Ausstellung begrüßen. Anschließend wird Torsten Foelsch, amtierender Museumsleiter und Kurator der Sonderausstellung, mit einem Vortrag eine Einführung in das Adelsthema geben. Danach wird durch die Ausstellung geführt.

 

Foelsch konnte auf viele Bildvorlagen aus seinem eigenen Archiv und aus den Sammlungen des Stadt- und Regionalmuseums zurückgreifen. Wertvolle Leihgaben steuerten außerdem das Prignitz-Museum Havelberg, das Stadtarchiv Stendal, die ev. Kirchengemeinde Rühstädt, die ev. Kirchengemeinde Kletzke, die ev. Kirchengemeinde Dallmin, die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Prignitz, das Schloßmuseum Wolfshagen, Dr. Friedrich Christoph v. Saldern und Viktor v. Podbielski für diese Ausstellung bei.

 

Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 bzw. -421 oder per E-Mail unter an. Im Museum gelten nach aktueller Corona-Verordnung des Landes Brandenburg die AHA-Regeln und das Tragen einer FFP2-Maske.


Hintergrundinformationen

Neben den Grabmonumenten, die in den vielen Prignitzer Kirchen den Angehörigen der alten Familien gesetzt wurden, waren es in den Herrenhäusern besonders die Ahnengalerien und gedruckten Familiengeschichten, die die Erinnerung an die einzelnen Familienmitglieder und an das Wirken der Gesamtfamilie wachhielten. Ahnenbilder und Denkmäler in den Gutshäusern und den Patronatskirchen hatten nicht nur dekorativen Charakter, sondern widerspiegeln auch die lange Traditionslinie dieser meist über Jahrhunderte hindurch mit der Region verwachsenen Geschlechter. Das Stadt- und Regionalmuseum besitzt einige solcher Ahnenbilder der Familie v. Winterfeld aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Zusammen mit dem großen Epitaph für Detloff v. Winterfeld (1547-1611) aus der Kirche in Dallmin werden sie neben bedeutenden Bildnissen der Familie v. Saldern aus der Plattenburg, die 1945 gerettet werden konnten und hier erstmals wieder zu sehen sind, die Hauptexponate der Sonderausstellung ausmachen.

 

Ein Themenkomplex widmet sich schließlich den adligen Begräbniszeremonien (Exponate aus Rühstädt, Wolfshagen und Stavenow) und der herrschaftlichen Memorialkultur, deren künstlerische Höhepunkte man heute noch in den atemberaubend schönen Grabmonumenten in den Kirchen Kletzke und Rühstädt bestaunen kann. Am Beispiel ausgewählter Prignitzer Adelsfamilien werden darüber hinaus einzelne Erbbegräbnisse vorgestellt.

 

Foto zur Meldung: Vortrag zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung:
Foto: Katrin Andrea Ziems | Gedächtnisschild für Detloff von Winterfeld (1527-1611) aus der Kirche Dallmin.

ÄNDERUNG: Vortrags- und Themenabend im Freizeitzentrum | Die Anfänge Preußens ins Brandenburg

(25. 02. 2022)

Am Montag, den 28. Februar 2022 findet um 19.00 Uhr im Jugend- und Freizeitzentrum, Wittenberger Straße 91/92, ein Themenabend statt. Anlässlich des 75. Jahrestages der Auflösung des Staates Preußen am 25. Februar 1947 referiert der Fachbereichsleiter Kultur, Sport und Tourismus, Frank Riedel, über „Die Anfänge Preußens in Brandenburg“.

 

Dessen Wurzeln führen unweigerlich in die Prignitz. Der Perleberger Frieden von 1420 ebnete den Weg des Aufstiegs der Hohenzollern von Brandenburger Kurfürsten zu preußischen Königen und deutschen Kaisern. Zahlreiche Exponate im Stadt- und Regionalmuseum widerspiegeln diesen Weg und seine Ambivalenz. Stellvertretend: das Hohenzollern-Nagelwappen von 1915 im Vortrags- und Sonderausstellungsraum. Die Anfänge dieses Weges zeichnet Frank Riedel in seinem Vortrag nach.

 

Der Eintritt kostet 5 Euro für Erwachsene, ermäßigt 3 Euro. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 bzw. -421 oder per E-Mail unter an. Im Freizeitzentrum gelten nach aktueller Corona-Verordnung des Landes Brandenburg die AHA-Regeln und das Tragen einer FFP2-Maske.


Am 17. Juni 1815 soll der Oberbefehlshaber der britischen Truppen, der Herzog von Wellington, auf dem Schlachtfeld von Waterloo (Belle Alliance) im Angesicht einer drohenden Niederlage zu seinem Stab gesagt haben: „Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen!“ 128 Jahre später stellt ein britischer Oberbefehlshaber fest, dass Preußen „die Wurzel allen von Deutschland ausgehenden Übels“ sei. Diese Formulierung sollte Rechtskraft erhalten, als der Alliierte Kontrollrat vor 75 Jahren mit seinem Gesetz Nr. 46 am 25. Februar 1947 den preußischen Staat ausdrücklich auflöste.

 

Sicher, die aufgegriffenen Zitate sind aus ihrem historischen Zusammenhang gerissen – und doch stehen sie für die unterschiedliche Bewertung ein- und desselben Staates, der von seinen Anhängern gelobt und von seinen Gegnern gehasst wurde, wie wohl kein zweites Territorium des Deutschen Reiches.

 

Schwarz oder eben weiß betrachtet: Schwarz-weiß, wie die Farben Preußens. Schwarz-weiß, wie die Trikotfarben der deutschen Fußballnationalmannschaft und das Schuppenkleid der Preußenfische im Aquarium des Zoologischen Gartens in Berlin. Auch die 1993 eingeführte Flagge des Landkreises Prignitz mit den Farben schwarz/weiß nimmt ausdrücklich die Farben Preußens und seines Herrschergeschlechtes der Hohenzollern als Teil seiner geschichtlichen Identität auf.

 

Preußen ist tot, aber mehr und mehr wird sich des Toten vergewissert, sich in historischer und politischer Distanz erinnert. Wegweisend bis heute bleibt ein Essay des damaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe in der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 21. Februar 1997 mit dem Titel: „Das Erbe ist auf Schritt und Tritt gegenwärtig. Anmerkungen zur Auflösung des Staates Preußen vor 50 Jahren.“

 

Manfred Stolpe schrieb vor 25 Jahren u. a.: „Der Staat Preußen ist unwiederbringlich Teil der Vergangenheit, Teil der brandenburgischen, der deutschen und der europäischen Geschichte, sein Erbe aber ist uns vor allem hier in Brandenburg auf Schritt und Tritt gegenwärtig: in den Familiengeschichten und Einzelschicksalen, in unserem Staatsgebilde, im Bild unserer Städte, in den Mentalitäten der Menschen und nicht zuletzt in den Vorstellungen, die man im Ausland von uns hat. Insofern ist das einstige Kernland des preußischen Staates, sind die Bürgerinnen und Bürger des jungen alten Landes Brandenburg Träger des preußischen Erbes, ob sie oder andere dies wollen oder nicht. Traditionen existieren, sie sind weder machbar noch durch staatlichen Zwang zu liquidieren. Es ist an uns, mit diesem Erbe, das über Jahrzehnte geschändet, verfemt und verleumdet wurde, verantwortungsbewußt und zukunftsorientiert umzugehen.“

 

Ein Vierteljahrhundert später gibt es zwei Museen zur preußischen Geschichte auf brandenburgischem Boden: das von dem Berliner Bankier Ehrhardt Bödecker gestiftete Brandenburg-Preußen Museum in Wustrau und das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam in Trägerschaft des Landes Brandenburg. Das Potsdamer Stadtschloss der den preußischen Staat begründenden Hohenzollern ist wieder aufgebaut und beherbergt heute den Brandenburger Landtag. Vorher hatten alle drei Verfassungsorgane des Landes Brandenburg (Legislative, Exekutive und Judikative) in der Landeshauptstadt Potsdam in preußischen Militärgebäuden ihren Sitz: der Landtag in der einstigen Kriegsschule auf dem Brauhausberg, die Staatskanzlei in der preußischen Kadettenanstalt und das Landesverfassungsgericht im Casino der Unteroffiziersschule.

 

Preußen, das am 18. Januar 1701 im ostpreußischen Königsberg aus der Taufe gehobene Königreich, war nicht wie Phönix aus der Asche entstanden. Es setzte vielmehr Brandenburg fort, die alte Markgrafschaft, zum Kurfürstentum aufgestiegen und seit 1415 über 500 Jahre hinweg von den Hohenzollern regiert, zunächst mit dem altmärkischen Tangermünde, bald mit dem bis dahin wenig aufgefallenen Berlin als Residenz und Hauptstadt. Den entscheidenden Quantensprung machte Preußen auch gar nicht erst 1701, sondern lange vorher. Schon Anfang des 17. Jahrhunderts vergrößerte es sich – friedlich übrigens – um Landstriche am Niederrhein (Herzogtum Kleve), in Westfalen (Grafschaften Mark und Ravensberg) und um das Herzogtum Preußen - dem früheren Deutschordensstaat und späteren Ostpreußen.

 

Von den Anfängen Preußens in Brandenburg soll am 28. Februar die Rede sein. Das Brandenburg der Gegenwart deckt sich nach Raum und Grenzen übrigens nicht mit dem Brandenburg, wie Fontane es „erwanderte“, und das über mehr als acht Jahrhunderte im Verband des Reiches Markgrafschaft und Kurfürstentum, als Königreich seit 1701 und als zentrale Staatsprovinz bis 1947 bestanden hat und das seit 1990 wieder besteht und in seinen rot-weißen Farben blüht. Dem Roten Adler hat die Geschichte, in der Zufall, Schicksal und Schuld so kompliziert miteinander verflochten sind, die einst weit gespannten Flügel gestutzt: erst 1815 mit der Altmark im Westen und dann 1945 mit der Neumark im Osten. Nun ist Brandenburg ein Land zwischen Elbe und Oder.

Foto zur Meldung: ÄNDERUNG: Vortrags- und Themenabend im Freizeitzentrum | Die Anfänge Preußens ins Brandenburg
Foto: Wolfgang Lorenz| Nagelwappen der Stadt Perleberg von 1915 für die Sammlung für die Kriegsversehrten

Neues Perleberger Heft erschienen!

(03. 02. 2022)

Die Reihe „Perleberger Hefte“ über lokalhistorische Einzelthemen wird jetzt in neuer Aufmachung und unter Federführung des Stadt- und Regionalmuseums fortgesetzt.

 

In dieser Woche erscheint Band 32, der die Inhalte der Sonderausstellung „Kriegsende 1945 in der Prignitz“ enthält und vom Kurator der Ausstellung Lennart Gütschow verfasst wurde. Gütschow hat in den letzten zwei Jahren als wissenschaftlicher Volontär der Städte Perleberg und Wittenberge das Kriegsende in der Region erforscht und seine Arbeitsergebnisse dann in der Sonderausstellung präsentiert, die in den letzten Monaten erst im Stadtmuseum Wittenberge und dann im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg gezeigt wurde.

 

Das Heft ist in beiden Museen sowie in der Stadtinformation am Großen Markt 12 zum Preis von 8,00 Euro erhältlich, weitere Perleberger Hefte sind bereits in Planung

Foto zur Meldung: Neues Perleberger Heft erschienen!
Foto: Stadt Perleberg | Lennard Gütschow präsentiert das neue herausgebrachte Perleberger Heft Nr. 32

Ausstellungsverlängerung & erneuter Stadtrundgang zum Thema "Kriegsende 1945“ im Stadt- und Regionalmuseum

(14. 01. 2022)

Das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg verlängert seine aktuell laufende Sonderausstellung „Kriegsende 1945 in der Prignitz“ um eine weitere Woche. Die Ausstellung kann nun noch bis einschließlich 23. Januar zu den Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden.

 

Aufgrund der hohen Nachfrage, lädt der wissenschaftliche Volontär des Stadt- und Regionalmuseums, Lennart Gütschow, erneut zu einem Stadtrundgang durch Perleberg ein. Der Rundgang ist ein Begleitangebot zur Sonderausstellung „Kriegsende in der Prignitz. Das Jahr 1945 in Perleberg und Wittenberge“. Gütschow zeigt anhand ausgewählter Orte in der Stadt, was in Perleberg in den letzten Kriegsmonaten und der Folgezeit passierte, und welche Spuren diese Ereignisse hinterlassen haben.

 

Treffpunkt für die Führung ist am 23. Januar um 13:30 Uhr vor dem Stadt- und Regionalmuseum am Mönchort 7. Die Sonderausstellung ist nach wie vor an diesem Tag  von 11 bis 16 Uhr geöffnet und kann vor sowie nach der Führung zu den normalen Eintrittspreisen besichtigt werden.

 

Die Teilnahme an der Führung selbst ist kostenlos, aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl wird jedoch um eine Voranmeldung bis zum Freitag, den 21. Januar, gebeten. Die Führung wird etwa 90 Minuten dauern und wieder am Stadt- und Regionalmuseum enden. Anmeldungen bitte telefonisch unter (03876) 781 422 oder per Mail an .

[Weitere Informationen zum Kriegsende in Perleberg und Wittenberge]

Foto zur Meldung: Ausstellungsverlängerung & erneuter Stadtrundgang zum Thema "Kriegsende 1945“ im Stadt- und Regionalmuseum
Foto: Stadt Perleberg | Bis heute sichtbares Zeichen des Kriegsendes 1945 in Perleberg: Der sowjetische Ehrenfriedhof am Grahlplatz

Stadtrundgang zur Sonderausstellung „Kriegsende 1945“ im Stadt- und Regionalmuseum

(06. 01. 2022)

Der wissenschaftliche Volontär des Stadt- und Regionalmuseums, Lennart Gütschow, lädt am 16. Januar 2022 zu einem Stadtrundgang durch Perleberg ein. Der Rundgang ist ein Begleitangebot zur Sonderausstellung „Kriegsende in der Prignitz. Das Jahr 1945 in Perleberg und Wittenberge“, die an diesem Tag zum letzten Mal im Perleberger Museum präsentiert wird. Gütschow zeigt anhand ausgewählter Orte in der Stadt, was in Perleberg in den letzten Kriegsmonaten und der Folgezeit passierte, und welche Spuren diese Ereignisse hinterlassen haben.

 

Treffpunkt für die Führung ist am 16. Januar um 13:30 Uhr vor dem Stadt- und Regionalmuseum am Mönchort 7. Die Sonderausstellung ist an diesem Tag von 11 bis 16 Uhr geöffnet und kann vor sowie nach der Führung zu den normalen Eintrittspreisen besichtigt werden. Die Teilnahme an der Führung selbst ist kostenlos, aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl wird jedoch um eine Voranmeldung bis zum Freitag, den 14. Januar, gebeten. Die Führung wird etwa 90 Minuten dauern und wieder am Stadt- und Regionalmuseum enden.

 

Anmeldungen bitte telefonisch unter (03876) 781 422 oder per Mail an .

[Weitere Informationen zum Kriegsende in Perleberg und Wittenberge]

Foto zur Meldung: Stadtrundgang zur Sonderausstellung „Kriegsende 1945“ im Stadt- und Regionalmuseum
Foto: Stadt Perleberg | Bis heute sichtbares Zeichen des Kriegsendes 1945 in Perleberg: Der sowjetische Ehrenfriedhof am Grahlplatz

Stadt- und Regionalmuseum bleibt am 3. Advent, Sonntag 12. Dezember 2021, geschlossen

(10. 12. 2021)

Leider müssen wir unser Stadt- und Regionalmuseum, Mönchort 7-11, am kommenden Sonntag aus betrieblichen Gründen schließen. Wir bedauern das sehr und bitten um Verständnis.

 

Es besteht aber die Möglichkeit das Museum und die aktuelle Sonderausstellung „Kriegsende in der Prignitz. Das Jahr 1945 in Perleberg und Wittenberge“ am morgigen Sonnabend, 11. Dezember 2021, in der Zeit von 12.00 bis 13.00 Uhr zu besuchen. Im Anschluss bietet der Kurator der Sonderausstellung, der Historiker Lennart Gütschow, eine außergewöhnliche Stadtführung zu den Schauplätzen des Kriegsendes 1945 in Perleberg (Treffpunkt 13.30 Uhr vor dem Museum). Es gelten die 2G- sowie die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln.

Foto zur Meldung: Stadt- und Regionalmuseum bleibt am 3. Advent, Sonntag 12. Dezember 2021, geschlossen
Foto: Stadt Perleberg | Blick auf das Stadt- und Regionalmuseum im Winter

Gedenkveranstaltung zur „Reichspogromnacht 1938“

(04. 11. 2021)

Verneigung vor den jüdischen Opfern nationalsozialistischer Gewalt- und Terror-Herrschaft

Seit 1992 erinnern in 24 Ländern der Welt über 75.000 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demning an die ca. 6 Millionen jüdischen Opfer der Willkür- und Unrechtsherrschaft des Nationalsozialismus. Sie erinnern an die ermordeten Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und Deserteure. Die Stolpersteine sind in ihrer Form das weltweit größte dezentrale Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus.

 

Die Stadtverordneten der Rolandstadt Perleberg regten im Jahre 2009 an, an den Wohnhäusern der von der Judenverfolgung betroffenen Perleberger Bürger Stolpersteine zu setzen, um damit sichtbare Zeichen zu setzen und an die abscheulichen Verbrechen des NS-Regimes vor Ort, in der entlegenen Provinz zu erinnern und beständig zu mahnen: NIE WIEDER! Seither begeht die Rolandstadt Perleberg im Zusammenwirken mit anderen Akteuren, Schülern des hiesigen Gottfried-Arnold-Gymnasiums, der ev. Kirchengemeinde Perleberg und Bürgern der Stadt jährlich am 9. November eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des nationalsozialistischen Terrors vom 9. November 1938.

 

Die Gedenkveranstaltung, die in diesem Jahr zugleich auch als ein Tagungsordnungspunkt des Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung stattfindet, beginnt am Dienstag, den 9. November 2021 um 18 Uhr vor dem Haus An der Mauer 7, wo 1938 der Kleinwarenhändler Adolf Lewandowski lebte. Weiter führt die Veranstaltung dann zu weiteren drei Häusern Am Hohen Ende, in der Parchimer Straße und zum Großen Markt, wo Stolpersteine vor den Wohnungen der hier 1938 lebenden jüdischen Mitbürger existieren.

 

Schüler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums und Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden an den vier Erinnerungsorten Texte vortragen und der ev. Pfarrer Valentin Kwaschik wird die Gedenkstunde musikalisch begleiten.

 

Die Juden in ganz Deutschland erlebten am 9. November 1938 die „Hölle auf Erden“, indem ein aufgestachelter und entmenschlichter Mob Synagogen überfiel und in Brand setzte, jüdische Geschäfte und Wohnungen plünderte und demolierte und Juden demütigte, misshandelte und in vielen Fällen deportierte. Der 9. November 1938 steht für den Beginn einer der größten Menschenverbrechen des 20. Jahrhunderts. Die Folge der Reichspogromnacht war Massendeportation und Massenvernichtung in Konzentrationslagern, das dunkelste und beschämendste Kapitel der deutschen Geschichte. Ein Perleberger Zeitzeuge schilderte 2009 seine Eindrücke in einem Satz: „Die Juden wurden abgeholt und waren am nächsten Tag einfach verschwunden“.

 

Durch das Stolperstein-Projekt sind nun wertvolle stille Erinnerungsorte an diese Opfer entstanden, die somit auch an die Stätten ihres Lebens zurückgebracht wurden und nach Gunter Demnigs Ansinnen nun endlich, „nachdem sie in den KZs zu einer Nummer degradiert wurden, ihre Namen zurück“ erhalten haben, den Lebenden zur ständigen Mahnung.

[Stolpersteine im Überblick]

Foto zur Meldung: Gedenkveranstaltung zur „Reichspogromnacht 1938“
Foto: Abbildung: Stolperstein mit Blumen und Kerze in Gedenken an Adolf Lewandowski, An der Mauer 7

Stadt- und Regionalmuseum, BONA Stadtbibliothek und Stadtarchiv geschlossen

(21. 09. 2021)

Der Fachbereich 40 für Kultur, Sport und Tourismus der Stadt Perleberg wird am Mittwoch, 22.09.2021, aus betrieblichen Gründen nicht erreichbar sein.

 

Das Stadt- und Regionalmuseum, die BONA Stadtbibliothek und das Stadtarchiv bleiben geschlossen. Die Stadtinformation Perleberg ist für den Besucherverkehr geöffnet und telefonisch erreichbar.

Märchenmittwoch: Ende der Ausstellung

(07. 05. 2021)

Der Märchenmittwoch endete am 5. Mai mit der Abbildung zu dem Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Die Abbildung wurde ebenfalls von dem Künstler Paul Hey (1867-1852) angefertigt und als Dresdener Schulwandbild um 1907 produziert.

Auf Antrag der Brüder Grimm-Gesellschaft wurden die „Kinder- und Hausmärchen“ auf Beschluss der internationalen Unesco-Kommission mit der Urkunde vom 29. Juli 2005 in das „Weltdokumentenerbe“ (Memory of the World · Mémoire Documentaire du Monde) eingetragen. Die Grimmsche Märchensammlung ist dabei wie ein Fokus, der eine durch mehrere Kulturen geprägte Märchentradition einfängt, in neuer Form zusammenfasst und bündelt – und dann so zurückstrahlt, dass eine neue Tradition daraus erwächst und, gebunden an das Werk, weltweite Wirkung entfaltet. Die internationale Verbreitung der Grimmschen Märchen ist ein Ausweis ihres exemplarischen Charakters, der – in der deutschen Romantik verwurzelt – die Poesie der menschlichen Vorstellungswelt in universell gültiger Form ergriffen und niedergelegt hat.

 

Wir hoffen, dass Ihnen das Raten gefallen hat und bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern!

 

Die Sonderausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des Prignitz Sommers und der Sparkasse Prignitz gefördert. Informationen zu der kommenden Sonderausstellung „Stadt hat Recht“ und digitale Angebote zur Märchenausstellung finden Sie unter www.stadtmuseum-perleberg.de.

Foto zur Meldung: Märchenmittwoch: Ende der Ausstellung
Foto: Stadt Perleberg | Abbildung des letzten Rätsels aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?

(05. 05. 2021)

In unserem letzten Mittwochsrätsel vom 28. April zeigten wir eine Illustration von dem Märchen „Dornröschen“ aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Die Abbildung wurde von dem Künstler Paul Hey (1867-1852) angefertigt und als Dresdener Schulwandbild 1912 produziert.

Die „Schlafende Schöne“ findet sich bereits in dem französischen Prosaroman „Perceforest“ aus dem 14. Jahrhundert. In „La Belle au Bois Dormant“ führt Charles Perrault das Motiv der Verwünschung durch eine Fee und die Aufhebung des Zaubers nach einhundert Jahren ein. Bei den Gebrüdern Grimm wird das von einer Dornhecke umgebene Dornröschen durch den Kuss des Prinzen erweckt.


Mit dieser Illustration endet das Gewinnspiel. Welches Märchen ist zu sehen? Jeden Mittwoch vom 14. April bis zum 5. Mai veröffentlicht das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg eine Märchenillustration aus der aktuellen Sonderausstellung „Wo das Wünschen noch geholfen hat… Die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ (9.03. bis 9.05.2021) der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Das gesuchte Märchen kann als Lösungswort per E-Mail an oder per Post an das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, Mönchort 7-11, 19348 Perleberg gesendet werden. Unter allen Einsendungen werden wöchentlich Familienkarten verlost.

 

Die Sonderausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des Prignitz Sommers und der Sparkasse Prignitz gefördert. Digitale Angebote zur Ausstellung finden Sie unter www.stadtmuseum-perleberg.de.

Foto zur Meldung: Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?
Foto: Stadt Perleberg | Illustration aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V. - Welches Märchen ist zu sehen?

Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?

(28. 04. 2021)

In unserem letzten Mittwochsrätsel vom 21. April zeigten wir eine Illustration von dem Märchen „Aschenputtel“.

Hierbei handelt es sich um eine Ansichtskarte aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V. mit dem „Aschenbrödel“, welche nach einem Original von Anne Erler-Reichold um 1950 angefertigt wurde. 

Einzelne Erzählmotive des Märchens von der zu niedrigsten Arbeiten gezwungenen Stieftochter lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Aus dem neunten Jahrhundert stammt eine chinesische Fassung. Eine deutsche Version aus dem 15. Jahrhundert ist unter dem Titel „Eschengrüdel“ bekannt. Für die europäische Märchentradition sind vor allem Giambattista Basiles „La Gatta Cenerentola“ (1634) und Charles Perraults „Cendrillon ou La Petite Pantouffle de Verre“ (1697) bedeutend. Die Brüder Grimm kombinierten für die ersten „Kinder- und Hausmärchen“ von 1812 Elemente der Perraultschen Fassung mit mündlichen Erzählungen.


Welches Märchen wird auf der heutigen Illustration gezeigt? Jeden Mittwoch vom 14. April bis zum 5. Mai veröffentlicht das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg eine Märchenillustration aus der aktuellen Sonderausstellung „Wo das Wünschen noch geholfen hat… Die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ (9.03. bis 9.05.2021) der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Das gesuchte Märchen kann als Lösungswort per E-Mail an oder per Post an das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, Mönchort 7-11, 19348 Perleberg gesendet werden. Unter allen Einsendungen werden wöchentlich Familienkarten verlost.

 

Die Sonderausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des Prignitz Sommers und der Sparkasse Prignitz gefördert. Digitale Angebote zur Ausstellung finden Sie unter www.stadtmuseum-perleberg.de.

Foto zur Meldung: Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?
Foto: Stadt Perleberg | Illustration aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V. - Welches Märchen ist zu sehen?

Öffnungszeiten Stadtverwaltung und öffentliche Einrichtungen

(26. 04. 2021)

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie und der weiterhin steigenden Infektionszahlen im Landkreis, bittet die Stadtverwaltung von einem persönlichen Gang in die Verwaltungsstandorte:

  • Rathaus, Großer Markt
  • Lotte Lehmann Akademie, Großer Markt 12 sowie
  • Verwaltungsgebäude, Karl-Liebknecht-Straße 33

abzusehen.

Um eine mögliche Ausbreitung zu mindern, richten Sie bitte Ihre Anliegen vorzugsweise telefonisch unter (03876) 781 0 oder per E-Mail an . Bitte stellen Sie aufschiebbare Anliegen zurück. Bei unaufschiebbaren Anliegen können Termine vereinbart werden.
 
Das Stadt- und Regionalmuseum, Mönchort 7-11, das Jugend- und Freizeitzentrum, Wittenberger Straße 91-92, die Stadtinformation, Großer Markt 12, die BONA Stadtbibliothek, Puschkinstraße 14 sowie das Stadtarchiv, Karl-Liebknecht-Straße 33, bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Sobald die Türen wieder geöffnet werden können, informieren wir Sie. 
 
Die Lotte-Lehmann-Akademie wird trotz der Schließung der Stadtinformation weiterhin von Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 15.00 Uhr sowie am Freitag von 8.00 bis 12 Uhr begehbar sein, sodass eine öffentliche Toilettennutzung unter der Woche gewährleistet werden kann.

Foto zur Meldung: Öffnungszeiten Stadtverwaltung und öffentliche Einrichtungen
Foto: Stadt Perleberg | Blick vom Roland auf das Perleberger Rathaus

Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?

(21. 04. 2021)

In unserem letzten Mittwochsrätsel vom 14. April zeigten wir eine Abbildung zu dem Märchen „Schneewittchen“ aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Sie stammt aus dem Buch „Sneewitchen. Kinder- und Hausmärchen, gesammelt durch die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm.“, welches mit vier Bildern in Farbendruck nach Zeichnungen von Rudolf Geißler (1834-1906) im Jahr 1890 in Berlin gedruckt wurde.

Im ersten Band der „Volksmärchen der Deutschen“ des Weimarer Schriftstellers Johann Karl August Musäus (1735-1781) handelt das „Sneewittchen“-Märchen von der vom Hass ihrer Stiefmutter Richilde („die Reiche“) verfolgten Blanca („die Weiße und Reine“). Der Begriff „Schneewittchen“ hat zuerst der Weinheimer Schriftsteller Albert Ludwig Grimm (1786-1872) mit seinem 1808 erschienenen gleichnamigen Dramolet in der Literatur eingeführt. Die ersten Niederschriften des „Sneewittchen“-Märchens der Brüder Grimm erfuhren in den gedruckten Ausgaben von 1812-1857 zahlreiche inhaltliche und stilistische Veränderungen. Vor allem der poetische Vergleich „so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz“ geht wohl auf Wilhelm Grimm zurück.


Und welches Märchen ist auf der heutigen Abbildung zu sehen? Jeden Mittwoch vom 14. April bis zum 5. Mai veröffentlicht das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg eine Märchenillustration aus der aktuellen Sonderausstellung „Wo das Wünschen noch geholfen hat… Die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ (9.03. bis 9.05.2021) der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Das gesuchte Märchen kann als Lösungswort per E-Mail an oder per Post an das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, Mönchort 7-11, 19348 Perleberg gesendet werden. Unter allen Einsendungen werden wöchentlich Familienkarten verlost.

 

Die Sonderausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des Prignitz Sommers und der Sparkasse Prignitz gefördert. Digitale Angebote zur Ausstellung finden Sie unter www.stadtmuseum-perleberg.de.

Foto zur Meldung: Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?
Foto: Stadt Perleberg | Illustration aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V. - Welches Märchen ist zu sehen?

Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?

(14. 04. 2021)

Die Abbildung von 1890 zeigt zwei weibliche Personen aus einer Märchenszene der „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm. Um welches Märchen handelt es sich?

Die in Kassel seit etwa 1806 nach verschiedensten Quellen zusammengetragenen und 1812 und 1815 zweibändig in Berlin erstmals erschienenen „Kinder- und Hausmärchen“ umfassen in der Ausgabe letzter Hand 210 Texte (zweihundert Märchen und zehn Kinderlegenden). Zu den Lebzeiten der Brüder Grimm erschienen bis 1857 insgesamt zehn sogenannte „Große Ausgaben“ in zwei Bänden (mit noch einem zusätzlichen dritten Band mit wissenschaftlichen Kommentaren zu den Märchen 1822 und 1856) und von 1825 bis 1858 zehn sogenannte „Kleine Ausgaben“ in einem Band mit sieben Illustrationen von Ludwig Emil Grimm, später von Ludwig Pietsch.


Jeden Mittwoch vom 14. April bis zum 5. Mai veröffentlicht das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg eine Märchenillustration aus der aktuellen Sonderausstellung „Wo das Wünschen noch geholfen hat… Die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ (9.03. bis 9.05.2021) der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

Das gesuchte Märchen kann als Lösungswort per E-Mail an oder per Post an das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, Mönchort 7-11, 19348 Perleberg gesendet werden. Unter allen Einsendungen werden wöchentlich Familienkarten verlost.

 

Die Sonderausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des Prignitz Sommers und der Sparkasse Prignitz gefördert. Digitale Angebote zur Ausstellung finden Sie unter www.stadtmuseum-perleberg.de.

Foto zur Meldung: Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?
Foto: Stadt Perleberg | Illustration aus der Sammlung der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V. - Welches Märchen ist zu sehen?

Wöchentliches Gewinnspiel: Märchenmittwoch

(09. 04. 2021)

Märchenmittwoch: Welches Märchen ist hier zu sehen?

Erkennen Sie das Märchen? Jeden Mittwoch vom 14. April bis zum 5. Mai veröffentlicht das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg auf der Museumswebseite, der Webseite der Stadt Perleberg und auf Instagram eine Märchenillustration aus der aktuellen Sonderausstellung „Wo das Wünschen noch geholfen hat… Die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ (9.03.-9.05.2021) der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V.

 

Das gesuchte Märchen kann als Lösungswort per E-Mail an oder per Post an das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, Mönchort 7-11, 19348 Perleberg gesendet werden. Unter allen Einsendungen werden wöchentlich Familienkarten verlost. Machen Sie mit und schicken Sie uns Ihr Lösungswort!

 

Die Sonderausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des Prignitz Sommers und der Sparkasse Prignitz gefördert. Digitale Angebote zur Ausstellung finden Sie unter www.stadtmuseum-perleberg.de.

Foto zur Meldung: Wöchentliches Gewinnspiel: Märchenmittwoch
Foto: Stadt Perleberg | Eine Szene aus dem Märchen "Der gestiefelte Kater" von Viktor Paul Mohn

Erinnerungen zum 40. Todestages des Perleberger Ehrenbürgers Karl Schabrod (1900-1981)

(25. 03. 2021)

Anlässlich des 40. Todestages von Karl Schabrod (1900-1981) am 31. März 2021 gibt das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg eine Neuauflage der beliebten Erinnerungsblättchen erstmals im modernen Gewand heraus: Die Erinnerungspostkarte.

Sie soll Perlebergerinnen und Perleberger sowie Besucherinnen und Besucher einladen, sich über bekannte Persönlichkeiten der Rolandstadt zu informieren und Erlebnisorte des historischen Altstadtkernes aufzusuchen. Die Karte kann ab 31. März kostenlos im Stadt- und Regionalmuseum, Mönchort 7-11, sowie in der Stadtinformation, Großer Markt 12, mitgenommen und an Freunde und Bekannte als Gruß verschickt werden.

Auf Homepage des Museums (www.stadtmuseum-perleberg.de) und der Stadt Perleberg (www.stadt-perleberg.de) sowie über einen auf der Erinnerungspostkarte befindlichen QR-Code können weitere biografische Informationen entnommen werden. Das Stadt- und Regionalmuseum möchte zukünftig zwei Erinnerungspostkarten im Jahr veröffentlichen. 

Für den Druck der Erinnerungspostkarte spendeten Karl-Heinz Kaiser und Peter Krips von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) dem Museum 100 €. Zum Pressetermin stehen Ihnen ebenso der Verwandte Karl Schabrods, Günther Schabrod aus Perleberg, sowie Museumsleiterin Anja Pöpplau für Fragen zur Verfügung.


Karl Schabrod wurde am 19. Oktober 1900 in Perleberg als Sohn des Tischlers Wilhelm Schabrod geboren und besuchte hier die Schule. Er erlernte den Beruf seines Vaters und arbeitete zunächst in der Werft von Blohm & Voß in Hamburg, bevor er 1922 Mitglied der SPD und 1924 der KPD wurde. Für die KPD übernahm er eine journalistische Tätigkeit im Rheinland (Solingen, Düsseldorf, Remscheid) und wurde als kommunistischer Arbeiterführer 1933 für 13 Monate im Düsseldorfer Gefängnis, im Gefängnis Brauweiler und im Konzentrationslager Börgermoor inhaftiert. 1934 kam er zunächst frei, wurde aber im Juli 1934 erneut verhaftet. Aufgrund seiner kommunistischen Betätigung wurde für ihn die Todesstrafe beantragt. Er wurde jedoch zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, aus dem er erst durch die Amerikaner am 7. April 1945 befreit wurde.

 

Nach einem kurzen Aufenthalt in Perleberg, wo er am 26. Mai 1945 seine Frau Klara heiratete, kehrte er im Februar 1946 an den Niederrhein zurück und war in der dortigen KPD führend aktiv. Im Oktober 1946 wurde er in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt und gehörte diesem bis 1954, seit Juli 1947 als Fraktionsvorsitzender, an und wirkte an der Entstehung der Landesverfassung mit.

 

Nach dem KPD-Verbot 1956 war er kurze Zeit als Schreiner und von 1958-1960 als Herausgeber der Zeitschrift „Freie Meinung“ tätig. Während des Landtagswahlkampfes 1958 in Nordrhein-Westfahlen wurde er wegen Verdachts der verdeckten Tätigkeit für die verbotene KPD zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Ein gleiches Schicksal ereilte ihn im Bundestagswahlkampf 1961, wo er als unabhängiger Kandidat antrat und wegen Geheimbündelei zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt wurde und Berufsverbot als Journalist erhielt. Gleichzeitig aberkannte man ihm seinen Status als Verfolgter des Naziregimes. In Perleberg wurde er in dieser Zeit auf dem Höhepunkt des kalten Krieges am 16. Oktober 1961 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Am 21. Juni 1962 gab es in Perleberg auf dem Großen Markt eine von der SED initiierte Protestkundgebung der Perleberger gegen die erneute Inhaftierung von Karl Schabrod. Erst 1963 kam er wieder frei und musste sich bis 1968 in mehreren Berufungsverfahren gegen eine erneute Haft wehren.

 

Erst mit dem Straffreiheitsgesetz vom 9. Juli 1968 wurden die anhängenden Streitverfahren eingestellt und Karl Schabrod konnte seither von einer kleinen Rente und einer dürftigen Entschädigung seinen Lebensabend bestreiten und von Düsseldorf aus seine Heimat Perleberg wiederholt medienwirksam besuchen. Noch 1968 war er Mitbegründer der DKP und Mitglied in deren Zentraler Revisionskommission. Bis zu seinem Tod war er der Mitbegründer und Vorsitzender der VVN in Nordrhein-Westfalen.

 

Das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg verfügt über vier Sammelmappen mit Dokumenten und Urkunden zum politischen Leben von Karl Schabrod, u. a. Lebensläufe, Porträt-Fotos, zeitgenössische Zeitungen und Zeitschriften, Zeitungsausschnitte vor allem zu den Prozessen gegen Schabrod, Briefe, Flugblätter, Traueranzeigen, Manuskripte, Ansprachen, Broschüren und Widmungsschriften. Mit einer Auswahl aus diesem Material wurde die bestehende Dokumentation in der Dauerausstellung ergänzt. Gezeigt werden hier derzeit neben einer Porträtfotografie die Ehrenbürger-Urkunde vom 16. Oktober 1961, seine Mitgliedskarte der KPD vom 23. August 1945 und seine Zuchthausjacke aus der Zeit nach 1934.

Foto zur Meldung: Erinnerungen zum 40. Todestages des Perleberger Ehrenbürgers Karl Schabrod (1900-1981)
Foto: Foto: Willi Honigs, Düsseldorf | Abbildung zeigt Karl Schabrod

Erinnerung an den Ehrenbürger Otto Mertens (geb. 1813)

(20. 03. 2021)

Verleihung der Ehrenbürgerwürde am 20. März 1858  

Der mutmaßlich erste Ehrenbürger Perlebergs war der Kaufmann Karl Otto Ferdinand Mertens, der einer Perleberger Unternehmerfamilie entstammte, hier 1813 geboren wurde und seit dem 1. Mai 1849 Mitglied der Perleberger Stadtverordnetenversammlung war. Otto Mertens stammte aus einer alten Perleberger Familie. Sein Vater war Carl Wilhelm Mertens († 1835), der seit 1809 mit Johanne Wilhelmine geb. Gräfe († 1833), Tochter des Wittstocker Pfarrers, verheiratet war. Zu seinen Paten gehörten u. a. eben jener Pfarrer Benjamin Gräfe aus Wittstock, der Superintendent Büttner, Pfarrer Winkler, der Justizkommissar Schrötter und der Ratsherr und Apotheker Schultze.  

 

Das von Kriegsverlusten weitgehend verschont gebliebene bedeutende Stadtarchiv von Perleberg birgt viele herausragende Schätze zur Stadtgeschichte, so u. a. auch eine Akte mit dem Titel „Acta des Magistrats zu Perleberg betreffend Bürger-Jubiläen- und Ehrenbürger-Sachen sowie überhaupt Jubiläum-Angelegenheiten und Feierlichkeiten“, die 1849 bis 1878 geführt wurde (Folgebände liegen vor). Darin findet sich auch der Verwaltungsvorgang, der die erste nach der 1808 für Preußen erlassenen Städteordnung erteilte Ehrenbürgerschaft der Stadt behandelt. Später (1887 und 1961) folgten zwei weitere: Gottlieb Graf von Haeseler und Karl Schabrod.

 

Am 20. März jährt sich zum 163. Mal der Tag, an dem Perleberg seinem ersten Ehrenbürger die Ehrenbürgerrechte verlieh: Kaufmann Otto Mertens. Nachdem Otto Mertens im Juni 1857 nach Hamburg übergesiedelt war, diskutierte der Perleberger Magistrat im Februar 1858 darüber, im die Ehrenbürgerwürde in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt zu erteilen. In den erhaltenen Protokollen darüber heißt es, dass er seit „dem 1. Mai 1849 ununterbrochen Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung gewesen und hat seine Stellung in derselben ehrenvoll behauptet und ausgefüllt. Von seinen Eltern hat er nicht nur größere irdische Glücksgüter sondern auch ein fühlendes Herz für Arme und Bedrängte ererbt und es war ihm deshalb möglich und angenehm im Sinne seines achtbaren Vaters viel zur Linderung der Armuth zu thun.“ Er richtete 1835 eine Suppenspende für arme Kranke ein und speiste damit fortan täglich 12 bis 15 Bedürftige, was im Jahr 200 Reichstaler erforderte. Nach seinem Weggang aus Perleberg 1857 hatte er diese Kosten aus Hamburg vierteljährlich an die Stadt Perleberg überwiesen, so dass die „armen Kranken durch seinen Abgang von hier nicht benachteiligt werden.“ Er verfügte 1858 auch, diesen Betrag von 200 Reichstaler den Armen dauerhaft als Legat zu überweisen. „Außerdem hat er nicht nur regelmäßig an bestimmten Tagen der Woche 10 bis 12 alte schwache Witwen in seiner Wohnung gespeist, sondern täglich und in reichem Maße Unterstützungen an Geld, Kleidung und Naturalien der verschiedensten Art an Bedürftige vertheilt. Wo wahre Noth vorhanden war, konnte man seiner Hilfe versichert sein; nicht wenige Familien sind durch ihn aus der drückendsten Lage gerissen, viele Thränen durch ihn getrocknet, viele Leiden gelindert worden, und oft hat er gradezu größerem Unglück vorgebeugt. So hat er seinen echt christlichen Wohlthätigkeitssinn nach allen Seiten hin geäußert und dürfte die von ihm hierzu verwandte Summe auf jährlich 300 Reichstaler bis 400 Reichstaler nicht zu hoch angeschlagen sein.“

 

In Anerkennung dieser mildtätigen Leistungen beschlossen die Perleberger Stadtväter auf ihrer Sitzung am 20. März 1858, dem Kaufmann Otto Mertens gemäß des § 6 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 das Ehrenbürgerrecht zu erteilen. In dem damals ausgestellten Ehrenbürger-Brief, der sich in Perleberg als Abschrift in den Magistratssitzungsprotokollen des Stadtarchivs erhalten hat, ist die Begründung für diese Verleihung gerade heute besonders lesens- und beachtenswert, denn es heißt da, dass ihm die Ehrenbürgerrechte „in Anerkennung der vielfachen Verdienste, welche derselbe als Mensch, Bürger und Stadtverordneter bei ehrenhaftem Character um die die hiesige Stadt und namentlich um deren Institute und milde Stiftungen sich erworben hat“, verliehen wurden. Ein überaus sympathischer Grund! Mit der künstlerischen Herstellung des Ehrenbürgerbriefes wurde der in Berlin ansässige Kanzleisekretär, Kalligraph und Zeichner Krüger beauftragt. Ob sich das Original dieses Ehrenbürgerbriefes bei den Nachkommen oder Erben erhalten hat, ist nicht bekannt.

Foto zur Meldung: Erinnerung an den Ehrenbürger Otto Mertens (geb. 1813)
Foto: Stadt Perleberg | Abbildung aus dem Pfarrarchiv der evangelischen Kirchgemeinde St. Jacobi: Taufregister Eintrag Karl Otto Ferdinand Mertens von 1813.

Geburtstag eines Perleberger Ehrenbürgers

(19. 01. 2021)

Gottlieb Graf von Haeseler wurde vor 185 Jahren geboren.

Einer der drei Ehrenbürger der Stadt Perleberg ist der am 19. Januar 1836 in Potsdam geborene Gottlieb Graf von Haeseler (1836-1915). Er entstammte einer briefadeligen Magdeburger Familie. Gottlieb von Haeseler besuchte die Ritterakademie in Brandenburg a. d. Havel, das Pädagogium der Francke‘schen Stiftungen in Halle und schließlich das Berliner Kadettencorps. 1853 trat er als Leutnant des Zieten-Husaren-Regiments in den preußischen Militärdienst ein. Im Stab des Prinzen Friedrich Carl Nikolaus von Preußen nahm er an den Feldzügen 1864 in Dänemark, 1866 in Böhmen und 1870/71 in Frankreich teil. Nach dem Friedensschluss mit Frankreich 1871 kommandierte er zwischen 1873 und 1879 das in Perleberg stationierte 2. Brandenburgische Ulanen-Regiment Nr. 11 und gewann bei den Perlebergern und Prignitzern größte Popularität.

 

Später stieg Graf Haeseler zum Oberquartiermeister im preußischen Generalstab und zum kommandierenden General auf. Er war Träger hoher Orden, u. a. des Schwarzen Adler-Ordens und des Ordens pour le mérite. Nach 50-jährigem Dienst schied er im Frühjahr 1903 als Generaloberst aus dem aktiven Dienst aus, zog sich auf sein Gut Harnecop bei Wriezen zurück und wurde 1905 zum Generalfeldmarschall ernannt. Als politisch aktiver Abgeordneter des Preußischen Herrenhauses engagierte er sich hier besonders für die Förderung der Berufsschulen und die Pfadfinderbewegung. Als Mitglied dieser ersten Kammer nahm er öffentlich Kritik an dem gegen Polen gerichteten Sprachengesetz.

 

Anlässlich seines 50-jährigen Militärjubiläums 1903 übereigneten der Magistrat und die Stadtverordneten Perlebergs ihrem 1886 ernannten Ehrenbürger eine repräsentative, in Leder gebundene und mit dem Stadtwappen versehene, aufwändig kalligraphierte Glückwunsch-Urkunde, die sich bis heute im Stadt- und Regionalmuseum Perleberg bewahrt hat. Eine Straße in Perleberg führte außerdem lange Zeit seinen Namen und wurde zu DDR-Zeiten in „Karl-Liebknecht-Straße“ umbenannt.

 

Die 1997 geschlossene Garnison Perleberg, der Graf Haeseler angehörte, ist weiterhin ein wichtiges Thema in der stadtgeschichtlichen Ausstellung des Stadt- und Regionalmuseums. Die gelben Reiter der 11. Ulanen (1860-1890) und später die Mannschaften und Offiziere des 1899 hier errichteten Feldartillerie-Regiments Nr. 39 prägten über mehr als ein halbes Jahrhundert die Atmosphäre der Stadt. Ihre markanten Garnisonsgebäude vom Anfang des 20. Jahrhunderts beherrschen bis heute die Silhouette unserer Rolandstadt.

Foto zur Meldung: Geburtstag eines Perleberger Ehrenbürgers
Foto: Oscar Tellgmann | Porträtfotografie Graf von Haeseler aus der Sammlung des Stadt- und Regionalmuseums Perleberg


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