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Postlin

Vorschaubild Postlin

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Postlin

 

Die erste urkundliche Erwähnung von Postlin erfolgte im Jahre 1345 – das Jahr  in dem der erste allgemeine Landtag der Mark Brandenburg in Berlin stattgefunden hatte. Damit kann Postlin 2010 sein 665-jähriges Bestehen feiern. Der kleine Ort hat eine sehr weit reichende Geschichte. Hier sind nur einige Stationen genannt. Bodenfunde belegen jedoch eine starke Besiedlung bis in die Steinzeit zurück. Ferner gab es einen riesigen Burgwall in slawischer Zeit an der Löcknitz. Wer mehr Informationen haben möchte, den verweisen wir an den DPHC – Der-Postliner-Heimat-Club e. V. oder im Internet unter www.postlin.de.

Der Perleberger Bürger Heinrich Radolf – sowie seine Vorfahren- wurden 1345 mit den Einkünften aus „Postelyn“ belehnt. Große Getreidefelder müssen zu dieser Zeit den Ort gekennzeichnet haben. Wohlstand erlangte Postlin durch seine Mühlen, in denen auch die umliegenden Orte mahlen lassen mussten. Die ersten Adligen waren die von Kaphengst. Nach mehreren Überfällen mecklenburgischer Raubritter im 15. Jahrhundert wurde Postlin zur Mutterkirche nach Dallmin gehörig. Patrone waren fortan die Herren von Winterfeld aus Dallmin. Ab 1543 wirkte der bei den Postlinern sehr beliebte erste reformatorische Pfarrer Petrus Kregenow. Die große Kirchenglocke von 1564 verkündet noch heute aus jener Zeit. Im Dreißigjährigen Krieg war auch Postlin stark entvölkert. Aber bereits 1647 glückte ein Neuanfang und man zählte schon wieder 53 Einwohner. 1716 findet eine große Schulvisitation statt. Der Pastor schlägt vor auch am Sonntag Schule halten zu wollen.

1540 wurde Postelin, 1542 Postellin und Postulin, 1548 Pesselin in alten Schriften und Archiven erwähnt. Überliefert wird, das Postlin ein Sackgassendorf war und weiter nördlich gelegen haben soll. 1767 sah das Dorf schon ähnlich aus wie heute, wie ein Kartenausschnitt aus dieser Zeit belegt. 1866 wurde die Kirche unter Verwendung alter Mauerreste auf dem alten Fundament fast vollständig neu gebaut. Zu jener Zeit waren noch die alten Bänke aus dem Jahre 1549 vorhanden. Das Dorf zählt an die 300 Einwohner, deshalb entstand auf den alten Fundamenten- allerdings um 5 m nach Osten verlängert – und unter Benutzung des alten Feldsteinmaterials der heutige neogotische Bau.

1888 brannte in Postlin die Wassermühle auf. 1911 wurde auch bei Postlin mit dem Bau der Kreisringbahn (Westprignitz) begonnen. Viele Eisenbahner siedelten sich in dem kleinen Ort an. Große Verdienste hierbei gehören vor allem Victor von Podbielski, welcher auch Patron von Postlin und Strehlen war. Er war auch in Postlin ein gern gesehener Gast und selbst Kaiser Wilhelm spielte oft Karten und stieg am Kaiserhaltepunkt, welcher 2008 mit den Dallminern feierlich eingeweiht wurde, in eine Kutsche um. Das älteste Schulgebäude stammt aus dem Jahre 1793 und ist ein Lehmfachwerkhaus mit Strohdach. Wohnung und Ställe lagen unter einem Dach. Außer einer kleinen Stube und der Küche war noch ein zweites Zimmer vorhanden, das in einem Anbau untergebracht und als Klassenzimmer und Werkstatt zugleich diente. Dieses Haus wurde später die Schulscheune und war es bis zum Jahre 1927. Am 20. Oktober 1927 wurde ein viel größeres und moderneres Schulhaus durch eine Einweihungsfeier seinem Zwecke übergeben. Bis zum März 1969 wurden Postliner Kinder in den Unterstufenklassen in diesem Schulgebäude unterrichtet. Seit dieser Zeit  besuchen sie die Karstädter Schule. Das Schulgebäude in Postlin dient seitdem als Wohnung für zwei Familien.

1933 wurde in Postlin die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Wehrführer war Erich Kobs. Nach dem Krieg organisierte sich die Freiwillige Feuerwehr Postlin langsam wieder. Einige Männer im Kriege geblieben, andere aus der Gefangenschaft nicht zurückgekehrt. Leider überdauerte sie das Jahr 1990 nicht.

1956 im September wurden die meisten der alten Linden in der Dorfstraße durch einen Sturm entwurzelt. Der Rest fiel den Sägen zum Opfer.

Im Oktober 2007 wurde die alte Brücke in Postlin abgerissen, weil sie den Ansprüchen des Auto- und Bahnverkehrs nicht mehr genügte. Anschließend erfolgte ein Neubau der Brücke über die Eisenbahntrasse Berlin – Hamburg. Am 14. Juli 2008 wurde sie feierlich übergeben. 30 Meter lang und 13,50 Meter breit ist die neue Brücke, die als eines der Schlüsselprojekte des Regionalen Wachstumskernes Perleberg – Wittenberge – Karstädt gilt.

 Im Jahre 2008 zählt Postlin 360 Einwohner, genauso viel wie um 1890. Wegen der Nähe zu vielen Infrastrukturen ist Postlin auch heute noch sehr interessant. Es lässt sich gut wohnen und in der Umgebung wandern und Radfahren. Im Ort gibt es 2 landwirtschaftliche Familienbetriebe mit Milchviehhaltung, 2 traditionsreiche Gasthäuser, einen Landwirtschaftsausrüster, einen Maler, einen Friseur, eine Schneiderin, 2 Elektriker, einen Maurerbetrieb, einen Hufschmied, einen Ofen- und Kaminbauer sowie einen Spar- und einen Heimatverein. Weitere Betriebe sind angesiedelt im Gewerbegebiet, welches sich auf Postliner Boden befindet.

 

Weitere Informationen zur Geschichte von Postlin sind erhältlich unter:

 

Was hat sich in den letzten 15 Jahren getan?

  • 1997 – Bau eines Geh- und Radweges von Karstädt nach Postlin
  • 1997 – Straßenbau im Blüthener Weg, im Alten Schulweg und am Schulplatz
  • 1999 – Straßenbeleuchtung

Schulkinder in Postlin (1929)


Aktuelle Meldungen

Pressemitteilung Landesbetrieb Straßebauwesen vom 14.05.2024: Bauabnahme der L13 Karstädt -Postlin

(15. 05. 2024)

14. Mai 2024

 

Bauabnahme der L 13 Karstädt – Postlin

 

Der Landesbetrieb Straßenwesen und das beauftragte Bauunternehmen haben heute die Bauabnahme der Sanierungsarbeiten auf der Landesstraße L 13 zwischen Karstädt und Postlin (Prignitz) durchgeführt. Damit ist das Bauvorhaben für die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse auf diesem Streckenabschnitt auch formal beendet. 

 

Für die Bürgerinnen und Bürger sind verkehrssichere Gehwege angelegt worden. Querungshilfen mit neuer Beleuchtung tragen dazu bei, dass mobilitätseingeschränkte Menschen die Straße leichter überqueren können. Der Neubau einer Ortseingangsinsel trägt dazu bei, dass der Fahrzeugverkehr verlangsamt wird. Außerdem wurde die Straßenentwässerung erneuert. 

 

Auf einer Länge von knapp 2,7 km wurde die L 13 grundhaft ausgebaut. Dazu musste der Untergrund ausgetauscht werden. Auch die Einmündung der L 131 auf die L 13 ist erneuert worden. 

 

An den Straßenbauarbeiten beteiligt waren der Landesbetrieb Straßenwesen, die Gemeinde Karstädt und der Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Perleberg (WTAZV). Die Gemeinde Karstädt ließ die Gehwege und die Querungshilfen mit neuer Beleuchtung errichten. In der Bauzeit hat der Westprignitzer Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Perleberg (WTAZV) die Trink- und Schmutzwasserleitungen erneuert. 

 

Das Land Brandenburg ist mit 5,4 Millionen Euro an dem Vorhaben beteiligt, die Gemeinde Karstädt investiert 1,4 Millionen Euro, darin enthalten sind 308.000 Euro Fördermittel aus dem Programm Förderung von Investitionen im kommunalen Straßenbau. Der WTAZV Perleberg setzt etwa 30.000 Euro für die Sanierung der Entwässerungsanlagen ein. Die Gesamtkosten liegen bei 6,92 Mio. Euro. 

 

Seit November 2023 konnte die L 13 wieder befahren werden.